Bergwerk Niederberg in Neukirchen-Vluyn
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Im Jahre 1857 wurden mehrere Grubenfelder im Bereich der Gemeinden Neukirchen, Vluyn, Niephauserfeld, Kapellen und Moers unter dem Namen "Verein" konsolidiert. Die Eigentümer dieses Grubenfeldbesitzes gründeten im Jahre 1911 die Niederrheinische Bergwerks AG (N. B. A. G.) mit Sitz in Moers, später Neukirchen.

1912 begann man in der Dickscheheide zwischen Neukirchen und Vluyn mit dem Abteufen des Schachtes 1 (gen. „Moers“ 1). 1913 wurde daneben die Niederbringung des Schachtes 2 ("Moers" 2) in Angriff genommen. Südlich der Schachtanlage wurde mit dem Bau einer Werkssiedlung begonnen, die die bauliche Verbindung der Gemeinden Neukirchen und Vluyn bildeten. Hieraus entstand später die Stadt Neukirchen-Vluyn.

Bedingt durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges benötigten die Abteufarbeiten mehr Zeit als geplant, so daß 1917 zunächst nur Schacht 1 in Betrieb genommen werden konnte. Schacht 2 erreichte 1919 die Endteufe und wurde 1921, mit allen Fördereinrichtungen versehen, in Betrieb genommen.

Die zunächst nur Esskohle fördernde Zeche war in ihren Anfangsjahren wegen des angespannten Absatzmarktes in wirtschaftlicher Bedrängnis. So wurde der Betrieb 1932 vorübergehend eingestellt. Nach sechsmonatigem Stillstand konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden.

Danach entwickelte sich die Förderung stetig und überschritt schnell wieder die Marke von 1 Million Tonnen verwertbarer Jahresförderung. Es wurde ferner eine Brikettfabrik betrieben. Weiterhin wurde der Feldesbesitz in westlicher Richtung vergrößert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte der Übergang auf den Abbau der Anthrazit-Vorräte. Daraus folgte eine zunehmende Ausrichtung der Zeche auf die Arbeit als Hausbrandzeche. Ferner wurden weitere kohlechemische Nebenanlagen in Betrieb genommen.

Um die sich stetig verlagernden Abbaubetriebe besser erschließen zu können, wurden nach und nach zwei Außenschachtanlagen errichtet. Dies war in Kapellen der Schacht 3, welcher von 1954 bis 1957 abgeteuft wurde. Von 1959 bis 1964 wurde in Tönisberg der Schacht 4 niedergebracht.

Um die Förderung rationalisieren zu können, wurde von 1964 an nördlich der Schachtanlage 1/2 der neue Förderschacht 5 abgeteuft. Dieser nahm 1969 den Betrieb auf und wurde zu Ehren des langjährigen Vorstandsvorsitzenden der Niederrheinischen Bergwerks AG, Bergwerksdirektor Dr. Heinz Merkel, „Merkelschacht“ getauft.

1969 ging die Niederrheinische Bergwerks AG auf die Ruhrkohle AG über. 1970 wurde der Name „Niederberg“, der sich im Sprachgebrauch schon länger durchgesetzt hatte, als offizielle Bezeichnung des Bergwerks übernommen.

Ab 1973 war „Niederberg“ die letzte Hausbrandzeche der Ruhrkohle AG mit der einzigen verbliebenen Brikettfabrik. Dieser Spezialisierungsgrad sicherte das Fortbestehen von Niederberg einstweilen. Die jährliche Förderung lag bei 2,9 Millionen Tonnen Anthrazitkohle. Trotz dessen brachte insbesondere der Abbau in den südlichen Feldbereichen in den 70er Jahren zunehmend Probleme mit Bergschäden.

Nach weitergehenden Zusammenfassungen und Mechanisierungen wurde 1977 die Gesamtförderung auf Schacht 5 konzentriert. Schacht 1 beendete seine Arbeit als Kohlenförderschacht. Anfang der 80er Jahre wurde „Niederberg“ 1 tiefergeteuft und umgebaut, um die Aufgabe als zentraler Seilfahrt- und Materialschacht übernehmen zu können. Dazu erhielt der Schacht 1984 ein neues Fördergerüst. 1985 war der Umbau fertiggestellt.

1985 wurde das zecheneigene Kraftwerk stillgelegt und abgebrochen, da es den umweltschutztechnischen Anforderungen nicht mehr genügte. 1986 wurde eine untertägige Verbindung mit der benachbarten Zeche Friedrich Heinrich aufgefahren.

Stilllegung

Die stark niedergehende Absatzsituation der Hausbrandkohle sowie die generelle Lage am Absatzmarkt für heimische Steinkohle führte bei der Deutsche Steinkohle AG (DSK), in deren Besitz "Niederberg" übergegangen war, zu dem Entschluss, das Bergwerk zum Jahresende 2001 mit "Friedrich Heinrich" zum "Bergwerk West" zusammenzuschließen. Dieser Schritt erfolgte am 28. Dezember 2001 unter völliger Aufgabe der "Niederberg"-Schachtanlagen.

Der Abbau der verbliebenen Vorräte erfolgte nun vom Bergwerk West aus.

Heutiger Zustand

2003 wurden die Tagesanlagen der Zeche "Niederberg" 3 komplett abgebrochen. Von 2003 bis 2005 wurden die Tagesanlagen der Zeche "Niederberg" 1/2/5 komplett abgebrochen, mit Ausnahme der Fördergerüste 1 und 2 sowie eines Maschinenhauses und des Gebäudes der ehemaligen Grubenwehr, an dem die Gasabsaugung angebracht ist. Diese sollen als Industriedenkmale erhalten werden. Die Schachtanlage "Niederberg" 4 in Tönisberg ist nach wie vor vollständig erhalten.

 

 
   
 
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