Bergwerk Niederberg in Neukirchen-Vluyn
  1965 bis 1975
 

1965

Es wird Versuchweise ein Streb in Flöz Finnefrau mit 6-Stempeln- Ausbaupfeilern, den sogenannten  Gullick-Chocks ausgerüstet.

 

Die Arbeiten am Erweiterungsbau der Wäsche 2 werden abgeschlossen.

 

Der Zechenbahnhofsanlage wird westlich der Inneboltstrasse durch eine eingleisige, schienengleiche Kreuzung erweitert.

 

Die Stromerzeugung des  Hochdruckkraftwerk fiel vom 24.April bis zum 18.Juli infolge eines Schaufelschadens am Niederdruckteil des Turbogenerators aus.

 

In einem Streckenvortrieb in Flöz Finnefrau wird erstmalig ein Streckenkuli-Gliederzug eingesetzt.

 

Inbetriebnahme einer Rollkipperanlage auf der 3.Sohle (Am Ende des Gesteinsberg von der 2. zur 3.Sohle auf Schacht 3) mit 5000l Wagen, damit die anfallenden Berge der Auffahrung des Querschlages 2.Osten nach Süden über eine Kettenbandzuganlage zur 2.Sohle gehoben werden können.

 

Am 21.10.1965 wurde die Hauptrichtstrecke nach Westen 3.Sohle zwischen den Großgesenke 60 und 61 durchschlägig.

 

Am 05.11.1965 erfolgte der Durchschlag der Strecke die Schacht 1/2 mit dem Großgesenk 61 verbindet.

 

 

1966

Große Teile der 2.Sohle werden mit Lokfunk ausgestattet.

 

Schacht 3 erhält eine neue Bergeverladung .

 

Die sehr kostspielige Verpackung von Kohlen in Form von ofenfertigen 1-kg-Päckchen wird eingestellt.

 

An Schacht 5 erfolgt der Durchschlag mit 4. Sohle

 

Großer Förderausfall in den Monaten März und April, durch einen größeren Kabelbrand in der Wäsche und gleichzeitiger Ausfall einer Fördermaschine.

 

Schacht 5 erreicht seine Endteufe von 820m

 

29.10.1966 neue Brikettsorte "Doppelring-Brikett" wurde entwickelt (hohe Heizkraft, niedriger Aschegehalt).

 

Beendigung der Bau- und Montagearbeiten an der neuen Carboratanlage.

 

 

1967

Am 16.01.1967 Inbetriebnahme des Elektrofilters für Kessel 10.

 

01.07.1967  Inbetriebnahme von Schacht 5 als Wetterschacht.

 

Beginn des Tieferteufen Schacht 3 von der 2. zur 3. Sohle dadurch erforderliche Verstärkung der Fördermaschine.

 

15.06.1967 Strebeinbruch in Flöz Geitling l, Westfeld. 105m Streb gehen in der Anlaufphase zu Bruch. 5 Männer können nur noch Tot geborgen werden. 

(Fünf Bergleute wurden vermisst. Als ersten fand man den jugoslawischen Lehrhauer Bozo Marganovic erschlagen auf dem Panzerförderer. Der 36-Jährige hinterließ Frau und drei kleine Kinder. Nach den anderen Kumpel suchten die Rettungsmannschaften fieberhaft in dem engen und niedrigen Streb mit unsicherem Hangenden. Sie arbeiteten sich von zwei Seiten durch die 105 Meter lange Bruchstrecke. Nur zehn Meter pro Tag schafften sie. Klopfzeichen waren nicht zu vernehmen. Aber die Grubenleitung erklärte, dass die Vermissten in Hohlräumen überleben könnten. Zehn Tage dauerten die Bergungsarbeiten. Keiner der Kumpel hatte überlebt. Alle Opfer waren jung, drei von ihnen Jugoslawen, zwei Deutsche aus Neukirchen-Vluyn und Tönisberg. Als Unglücksursache wurde höhere Gewalt genannt. "Solche Unglücke sind ein Teil unserer technischen Welt", sagte damals der Bergwerksdirektor Heinz Merkel. Bergleute lebten mit diesem Risiko und seien trotzdem immer       optimistisch.)

 

Ende des Jahres Beginn mit der Montage des Schachtgerüstes Schacht 5 sowie der Bandbrücke.

 

In den Monaten November und Dezember übersteigt die verwertbare Tagesförderung im Monatsdurchschnitt zum ersten mal die 11.000t.

 

Die Ausbildungswerkstatt wird durch Aufstockung (Unten Ausbildung Schlosser, oben Elektriker) verdoppelt.

 

3 Feierschichten

 

 

1968

Januar Inbetriebnahme des Elektrofilters für Kessel 11.

 

16.01.1968 Beginn  Tieferteufen Schacht 3 zur 3. Sohle.

 

Umformung der Gauß-Konformen Koordinaten Kölner System, in Gauß-Krüger Koordinaten und Festlegung der Markscheiden zwischen den Feldern Großherzog von Baden,Ernst-Moritz-Arndt und Süddeutschland.

                       

Am 16.01.1967 Inbetriebnahme des Elektrofilters für Kessel 11.

 

Mitte März die die Montage der Stahlkonstruktion für den Förderturm Schacht 5 beendet.

 

Der Vorstand der NBAG gibt am 15.September 1968 eine Absichtserklärung zum Eintritt in die Einheitsgesellschaft (Ruhrkohle)  ab. Die letzte Entscheidung trifft die Hauptversammlung zu einem späteren Zeitpunkt.

 

An Schacht 2 wird die sehr störungsanfällig Drillingsdampfmaschine in der Zeit vom 05.04. bis 18.04.1968 gegen einen Gleichstrommotor ausgetauscht.

 

Die Wäsche 2 erhält den 6 Teskaschneider.

 

Ein Blindschachthaspel erhält eine Automatiksteuerung, es war vorgesehen Seilfahrten ohne Haspelführer und Anschläger durchzuführen.

 

Erweiterung der Carboratanlage.

 

1969

01.01.1969 Einbringung der Schachtanlage in die Ruhrkohle AG. (gemäß Einbringungsvertrag vom 28.11 1969).

Am Mittwoch dem 05.02.1969 wurde nach 5 jähriger Bauzeit Schacht 5 in Betrieb genommen. Um kurz nach 8:00 Uhr rollte der erste Tannengeschmückte Wagen auf der Rasenhängebank vom Korb.

 

Es wird mit der Auffahrung für den Lokschuppen auf der 4.Sohle begonnen.

 

23.04.1969 Anerkennung der Gauß-Krüger Koordinaten.

 

Die Fördermaschine Schacht 3 erhält (zur Leistungssteigerung) über Ostern einen zweiten Motor.

 

23.05.1969 Bestätigung durch das Oberbergamt Bonn.

Neue Feldesgrößen aufgrund der Grauß-Krüger-Koordinaten.

Großherzog von Baden          6.198.827m²

Ernst Moritz Arndt                 6.198.827m²

Süddeutschland                      36.337.629m²

Heinrich                                   2.188.713m²

Vluyn                                        2.188.931m²

Vluyn II                                    2.195.940m²

Georg                                     14.684.315m²

Gesamt                                   69.993.182m²

Erweiterung der Wäsche 2 (Erhöhung der Durchsatzleistung auf 1000t)  durch zwei weitere Tekaschneider (Schwertrübetrommelabscheider Nr.7 und Nr.8)

 

Schacht 3 erhält einen neuen Grubenlüfter der am 23.August 1969 in Betrieb geht.

 

1970

Umbenennung in Niederberg.

01.06.1970 Inbetriebnahme Schacht 3 bis zur 3. Sohle.

1971

Übernahme des HD-Kraftwerks durch die Steag.

Nov. Stilllegung Schacht 4 als Seilfahrtschacht.

 

1972

Im Februar, schwerer Verkehrsunfall am Bahnübergang nach Schacht 5. Ein Tanklastzug fährt in einen Zugverband. Der Fahrer des Tankzugs und der Rangierer verunglücken tödlich.

 

1973

Ersteinsatz von Schildausbau.

14.08.1973 Aufnahme von Seilfahrt und Materialförderung im Schacht 2 zur 3. und 4 Sohle.

Übernahme der Carboratanlage durch die Niederberg-Chemie GmbH.

Ersteinsatz einer Teilschnittmaschine (AM 50)

1974

Schwarz-Weiß-Kaue im Bereich der Hauptschachtanlage Schacht ½ wird fertig gestellt.

Inbetriebnahme der neuen Landabsatzanlage.

Inbetriebnahme der neuen Kläranlage.

Erste Dieselzugkatze wird eingesetzt.

1975

Großversuchsreihe mit Sonderbindemittel in der Brikettfabrik abgeschlossen.( Bitumen soll weiterhin eingesetzt werden)

Erstellung der Fundamente für die Bitumen-Tankanlage an der südl. Seite der Brikettfabrik.

 
   
 
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